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Kritik 2005: "Selige Öde auf sonniger Höh – Ludwig II von Bayern und Richard Wagner" Hoppes Stück wiederaufgenommen und
begeistert gefeiert im Hoftheater Der manische Wagnerianer Hoppe beleuchtet hinter- und feinsinnig Richard Wagner und Ludwig privatissime legt eine Mischung Privates und Geschäftliches offen. Und zwar so, wie es sich die Kinder von Wagnersohn Siegfried nach der Lektüre des Briefwechsels zwischen den beiden zusammenreimen. Es heißt ja nicht umsonst „Kindermund tut Wahrheit kund”. Enkelin Verena, Maus, hat daraus ein Theaterstück verfasst, das die vier Kinder von Winifred und Siegfried in ihrem Versteck auf dem Dachboden aufführen. Es zum Geburtstag des Vaters aufführen zu dürfen, war ihnen verboten worden. Mutter Winifred achtet streng darauf, dass kein falscher Ton aufkommt, solange sie auf die Hilfe von Onkel Wolf (Hitler) angewiesen ist und zumal die Kinder durchschaut haben, dass Ludwig wie Hitler ihre politische Theorie den Schriften Wagners entlehnt haben. Vor allem Maus erbost es zudem maßlos, wie ihre Mutter gleich mit zwei Männern schön tut, kaum ist der Vater tot, mit Onkel Wolf, den sie für das Große, Politische braucht und Onkel Heinz, der vor Ort in Bayreuth für das Künstlerische zuständig ist. So vermischen und verwischen sich in dem Stück immer wieder die Zeitebenen und am Ende bringt sich Maus in Krachledernen und mit Hitlerbart gleich selbst in das Stück mit ein und hält eine flammende Rede, die zwar nach Hitler klingt, aber aus den Wagner’schen Schriften stammt. Die Begeisterung des Publikums im voll besetzten Hoftheater bewegt sich auf zwei Ebenen: Zum einen applaudieren sie dem genial vergnüglichen wie nachdenklichen Wurf Hoppes, zum anderen einer Spielerschar, die begeistert, klug und schräg zugleich in ihre Rollen schlüpft. Das gilt für Dominik Kern als König Ludwig, der seine Verzweiflung ebenso inbrünstig rüberbringt wie seine Verehrung und Liebe zum großen Meister, der sich schweißgebadet aufreibt in einer Rolle, die ihn oft zwingt, mehrere Schichten Kleidung übereinander zu tragen. Besonders gilt es für Barbara Dörfler als Richard Wagner, den sie mit unglaublicher Agilität und mit viel Einfühlungsvermögen quirrelig auf die Bühne bringt. Die Vielseitigkeit der Barbara Dörfler ist in diesem Sommer heuer sozusagen parallel in zwei total unterschiedlichen Rollen zu bewundern. Zum einen im römischen Theater der Eremitage als Julia in „Romeo und Julia” , das ebenfalls Uwe Hoppe inszeniert hat und als Wager im Hoftheater. Das Bühnenbild des alten Speichers im Wagner’schen Anwesen samt Bühnenbilder für das Stück im Stück stammt von Daniel Reim, die Kostüme von Heike Betz, der Glockenklang um 21 Uhr von der Stadtkirche (Horch, die Stadtkerng leid, bemerkte Maus). Nordbayerischer Kurier – 18. Juli 2005 |
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