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Pressestimmen zu "Romeo und
Julia "
Witzig, traurig und einfach nur schön
„Nur dunklen Frieden bringt uns dieser Morgen, nicht aufgehn will
vor Schmerz die Sonne, denn niemals gab es ein so bitteres Los, als Julias
und ihres Romeos“ – mit diesen Worten endet die berühmteste
Liebegeschichte der Welt, „Romeo und Julia“ von William Shakespeare,
in der Inszenierung der studiobühne bayreuth. Doch wer nun denkt,
diese Inszenierung sei ein einziges Trauerspiel, der irrt! Denn Regisseur
Uwe Hoppe schafft es auf einzigartige Weise, komödiantische Elemente,
die den Zuschauer zum herzhaften Lachen zwingen, mit der Tragik der Geschichte
so zu vereinen, dass das Schicksal von Romeo Montague und Julia Capulet
am Ende weder kitschig noch unglaubwürdig erscheint.
Auch wenn es ein mutiges Unterfangen war, diesen Stoff, der schon ungefähr
1.000 Mal in irgendeiner Art und Weise verarbeitet wurde, zu wählen,
können nicht nur Shakespeare-Fans froh sein, dass Hoppe es gewagt
hat: Von Anfang bis Ende, von Kostümen (Heike Betz) bis Schauspieler,
von Bühnenbild (Michel Bövers) bis Lichttechnik (Ronald Kropf)
– „Romeo und Julia“ im Römischen Theater ist eine
vollkommen runde Sache und macht riesigen Spaß!
Hut ab allen Schauspielerinnen und Schauspielern, die sehr dynamisch,
sportlich und teils akrobatisch den Spielraum voll und ganz ausnutzen
– treppauf, treppab. Das Bühnenbild besteht lediglich aus der
eigentlichen Theaterbühne des Römischen Theaters und zwei treppenartigen
Elementen, die variabel eingesetzt werden, so dass jede Szene, jeder Raum
individuell gestaltet ist. Hervorzuheben ist hierbei die Schlussszene
in der Gruft, wo die beiden Elemente zunächst eine Pyramide darstellen,
die dann geöffnet wird und somit die zwei Grabkammern von Tybalt
(Ulrich Willenberg) und Julia (Barbara Dörfler) zum Vorschein treten.
Das passende Licht tut sein übriges dazu, dass in dieser Szene –
der Sterbeszene von Romeo (Andreas Flick) und Julia – eine unvergleichliche
Stimmung herrscht.
Der Clou bei den Kostümen ist die Farbwahl. So trägt die Familie
Romeos verschiedene Rottöne, während die Kostüme von Julias
Familie in Blautönen gehalten sind. Die „neutralen“ Personen,
wie beispielsweise der Fürst, haben naturweiße/beige Kleider
an. Eine clevere Idee ist, die neutralen Personen, die nicht wirklich
zu den einzelnen Familien gehören, aber dennoch mehr der einen nahe
stehen, in helle Abwandlungen der Farben zu stecken. So trägt Graf
Paris (Christian Schmidt), der Julia heiraten will und sich deshalb mit
ihrem Vater Capulet (Heinz Petri) verbündet, hellblau, während
Romeos Freund Mercutio (Dominik Kern) orange Kleider anhat. Die Vorteile
hierbei liegen auf der Hand: Man weiß sofort, wer zu wem gehört,
und: Es ist einfach schön anzusehen.
Shakespeare hätte seine wahre Freude daran, einige Zuschauer der
Premiere haben jedoch geschluckt: Entgegen sonstiger Verarbeitungen von
Shakespeares Werken hat Uwe Hoppe bei seiner Inszenierung von „Romeo
und Julia“ bewusst derbe, ordinäre Szenen eingebaut beziehungsweise
drin gelassen. Eine kluge Entscheidung, kommt es doch Shakespeare, dessen
Werke im Original nur so von ordinärer Sprache sprühen, sehr
nahe. Die für den englischen Dramatiker bekannten Wortspiele sind
in dieser Version ausgezeichnet übersetzt – auch das ist voll
und ganz nach Shakespeares Geschmack.
Doch nun zu den eigentlichen Stars dieser Aufführung, den Schauspielerinnen
und Schauspielern. Alle 17 – angefangen von den kleinsten Neben-
bis hin zu den großen Hauptrollen – bieten eine glaubhafte
Darstellung. Jeder einzelne Schauspieler – und ist die Rolle noch
so winzig oder unbedeutend – präsentiert einen eigenen unvergleichlichen
Charakter, der sich harmonisch in das Zusammenspiel einfügt. Besonders
hervorzuheben sind hierbei die Szenen mit Romeo und seinen Freunden Benvolio
(Christian Schumann) und Mercutio, die voller Wortwitz und Dynamik stecken,
mit Romeo und Julia, in denen man förmlich das Knistern in der Luft
hören kann, mit Julia und ihrer Amme (Elisabeth Mügge), die
Freundschaft und Verbundenheit vermitteln, und natürlich die Schlussszene,
die so manch einen Zuschauer erschauern lässt.
„Romeo und Julia“ in der Inszenierung der studiobühne:
Witzig, dynamisch, lebhaft, traurig und vor allem: Einfach nur schön
– genau das Richtige für einen lauen Sommerabend! Wenn auch Sie in
die Welt der Capulets und Montagues eintauchen möchten, haben Sie
am 2., 3., 10., 11., 14., 15., 23., 25., 28. und 30. Juni sowie am 5.,
9., 10., 14. und 17. Juli jeweils um 20 Uhr dazu die Gelegenheit. Karten
im Vorverkauf gibt es an der Theaterkasse (09 21/6 90 01).
Bayreuther Anzeiger – 02. Juni 2005
Kerstin Dettlaff
Rundherum gelungen – "Romeo
und Julia" in der Bayreuther Eremitage
Leichten Schrittes wird in Bayreuth zwei Stunden lang auf die Tragödie
zugehüpft, gespielt. Uwe Hoppe inszeniert dennoch mit psychologischem
Gespür für seine Figuren und ihre Charaktere die tragikomischen
Facetten des so genannten Schicksals.
„An exzellent conceited tragedie of Romeo and Juliet“ wird
bei Regisseur Uwe Hoppe eine unterhaltsame Komödie mit dem bekannt
tragischen Ausgang. Zum Auftakt der Freiluftsaison hatte das Stück
am Wochenende Premiere und wurde vom begeisterten Publikum mit frenetischem
Beifall gefeiert.
Überhaupt genossen alle diesen rundherum gelungenen Abend –
vom Spiel über das Wetter bis zur Verpflegung ein rundes, unbedingt
zur Nachahmung empfohlenes Vergnügen ........
....... Eine komödiantischen Inszenierung, die man bedingungslos
mögen kann. Inklusive der munteren Spielerschar, die mit ihrer Bewegungsfreude
und eleganten Dynamik immer wieder zu Szenenapplaus provozierte.
Nordbayerischer Kurier – 23. Mai 2005
Eva Bartylla |