zur Startseite
aktuelle Arbeiten und ProjekteArchivKurzporträt und TätigkeitsbereichePressestimmenKontakt
zum Inhalt 

Kritik: Faust I und II 2011
Kritik: Triumph der Liebe 2010
Kritik: Thannreuther, Meistersinger 2010
Kritik: Pluto oder macht Geld reich 2010 a)
Kritik: Pluto oder macht Geld reich 2010 b)
Kritik: Wilhelmine-Liebe ist nur Fantasie 2009
Kritik:Der Tod eines Handlungsreisenden 2008
Kritik: Karlis Tante 2008
Kritik: Her den Ring 2007
Kritik: Bayreuth-Revue 2006
Kritik: Gaslicht 2006
Kritik: Romeo und Julia 2005
Kritik: Arsen und Spitzenhäubchen 2004
Interview Sommer 2004
Kritik: Selige Öde auf sonniger Höh 2005
Kritik: Selige Öde auf sonniger Höh 2004
Kritik: Ein Sommernachtstraum 2004
Hörfunkbeitrag: Der Walkürenritt
Kritik: Der Walkürenritt 2002
Kritik: Elfriede von Lo 2001 / 2002
Kritik: Hojotoho 1999 - 2002
Kritik: Faust I 1999

Pressestimmen zu "Karlis Tante"

Weil Geld und Liebe blind machen  (PDF-Download)

Karlis Tante: Die „Buschklopfer“ feiern mit neuer Bühnenfassung der Komödie eine rauschende Premiere

Ködnitz – Gelungene Premiere an Silvester: Das vielfach verfilmte Boulevardstück „Charlys Tante“ hat der Bayreuther Theatermann Uwe Hoppe eigens für die Kulmbacher Schauspieler-Truppe der „Buschklopfer“ neu übersetzt und bearbeitet und einen anderen Namen gegeben – Karlis Tante. Bei der Premiere am Silvesterabend landeten die Akteure um Vorstand Frank Walter in ihrem neuen Domizil, dem Saal der ehemaligen Gastwirtschaft „Hupfer“, einen grandiosen Erfolg. Die rund 100 Besucher – mehr passen nicht in den Saal – waren am Ende begeistert und erlebten eine Komödie von höchstem Niveau mit schauspielerischen Glanzleistungen. Herausragend dabei der 25-jährige Dominik Kern in der Rolle von „Karlis Tante“.
Die Handlung spielt an einem schönen Sommertag, Mitte der 50-er Jahre im Wohnzimmer des Studenten Johann-Siegfried von Schleiz (Frank Walther), genannt Hans, in der Studentenwohnung in Erlangen. Er und sein bester Freund Karl-Adolf von Weißenfels (Tobias Moje) sind hoffnungslos verliebt. Beide sind nicht einmal in der Lage, ihre Gefühle für die Angebetete zu Papier zu bringen. Dann passiert´s: Ihre angebeteten Mädchen Anni (Anna Weith) und Kathi (Charis Hager) sollen am nächsten Tag für etliche Wochen mit ihrem Onkel Stephan von Spichalski (Johannes Asen), einem fürchterlichen Spießer, an die Ostsee verreisen. Die beiden wollen den Mädchen endlich ihre Liebe gestehen, doch ohne Anstandsdame dürfen diese nicht mit den Jungen reden.

(Einmal echt, einmal falsch)

Glücklicherweise kündigt dann Karlis Tante, donna Dolores D´alba da Silva (Cosima Asen), eine milliardenschwere Argentinierin, ihren Besuch bei den Neffen an. Die Jungs laden dann die beiden Mädchen zu einem unverfänglichen Imbiss zu sich ein.
Als die Tante dann per Telegramm ihren Besuch urplötzlich wegen anderweitiger Verpflichtungen in Argentinien absagt, ist die Not in der Studentenbude groß. Hans und Karli überreden ihren Kommilitonen Babs, Graf Eitel-Freidrich von Babenberg (Dominik Kern), die Dame zu spielen.
Auch der Onkel und Vormund der beiden Mädchen kommt auf der Suche nach seinen Nichten zum Essen, um sie zur Reise abzuholen. Sowohl er als auch Hans' Vater wittern die einmalige Chance einer reichen Heirat und wollen sich mit der falschen Tante verloben. Die Konfusion wird aber noch größer, als die echte Tante dann doch noch unvermittelt auftaucht, sich aber nicht zu erkennen gibt. Spätestens jetzt wird das Boulevardstück immer verworrener. Regisseur Uwe Hoppe versteht es dabei meisterhaft, mit zahlreichen Slapstickeinlagen und einem wilden Verwechslungsspiel für einen Höhepunkt nach dem anderen zu sorgen.
Die Leistung von Dominik Kern, einem Studenten der Theaterwissenschaften, kann man nur mit den Prädikaten „grandios“ und „großartig“ umschreiben. Es war einfach einmalig, wie der junge Kern als Graf „Babs“ seine weibliche Rolle meisterte. Es stimmte alles. Köstlich seine Mimik, als ihm die beiden „heißblütigen“ Adelmänner immer wieder an die „Wäsche“ wollten. „Karlis Tante“ lieferte selbst die Begründung dafür: „Geld machte eben blind!“

(Turbulent und spritzig)

Regisseur Uwe Hoppe sorgt mit seiner glänzenden Regie auch immer wieder dafür, dass das Tempo auf der Bühne nie verloren geht. Frank Walther und Tobias Moje waren hier als „Hans“ und „Karli“ ein lebendiges Beispiel dafür. Sie wirbelten durch die Gegend wie aufgescheuchte „Liebesgockel“, dass einem mitunter Hören und Sehen verging.
Das Bild vom leidgeprüften Butler eines verarmten Landadels vermittelte Eberhard Einwag als Herbert Müller vortrefflich. Wohltuend, dass Uwe Hoppe ihm auch seinen fränkischen Dialekt überließ. Nur für das „Sodom und Gomorrha“, dass Butler Herbert ständig ausrief, fand er keine Übersetzung ins Fränkische. Die beiden liebreizenden Mädchen Anni und Kathi wurden von Anna Weith und Charis Hager sehr schwung- und zugleich auch sehr liebevoll dargestellt. Bleiben noch Cosima Asen als Donna Dolores, Günther Zeller als Franz-Ferdinand von Reuß-Schleiz-Greiz und der „Brüllaffe“ Stephan von Spichalski, der von Johannes Asen hervorragend verkörpert wurde.
Mit dem Lied „Unter den Pinien von Argentinien“ endete ein wunderschöner Theaterabend, bei dem alle Akteure Höchstleistungen erbrachten.

Frankenpost – 02. Januar 2008
von Werner Reißaus

Eine rasante Tante mischt kräftig auf  (PDF-Download)

Buschklopfer – Temperamentvolle Premiere am Silvesterabend reist das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Im fränkisch angehauchten Komödien-Klassiker laufen vor allem die jungen Darsteller zur Höchstform auf.

Kulmbach/ Ködnitz Ein anregender Silvester-Cocktail geht so: Man nehme eine spritzige Komödie mit viel Wortwitz und Situationskomik, mische mit einem deftigen Schuss Travestie, schmecke ab mit etwas Slapstick und Klamauk sowie einer Prise Gefühl und serviere in ungewöhnlichem Ambiente.
Aufgetischt haben die „Buschklopfer“. Sie hatten „Karlis Tante“ in den Saalbau Hupfer in Ködnitz eingeladen und präsentierten vor vollem Haus eine temperamentvolle Version des Komödien-Klassikers „Charleys Tante“ von Thomas Brandon. Das Stück, bereits 1892 uraufgeführt, hat auch mehr als ein Jahrhundert nach seiner Entstehung nichts von seinem Witz verloren. Dass es in diesem Fall durchaus zeitgenössisch daherkam, ist Regisseur Uwe Hoppe zu verdanken, der die Handlung im Fränkischen angesiedelt hat, was wunderbar in den alten Wirtshaussaal mit seinem morbiden Charme passt.
Die Handlung ist bekannt: Die beiden schwer verliebten Bengels Hans und Karli wollen die von ihnen angebeteten jungen Damen Anni und Kathi zu einem Stelldichein in die Wohnung von Hans einladen. Was ohne Anstandsdame nicht geht. Da kommt der angekündigte Besuch von Karlis Tante, ebenso schwerreich wie bis dahin unbekannt, gerade recht,. Die argentinische Tante kommt dann doch nicht – dafür ein Mit-Student mit schauspielerischer Neigung, der als Tante herhalten muss und das solange mit Bravour und durchschlagender Wirkung bei der Männerwelt tut, bis die echte Tante letztlich doch noch erscheint. Weil sich die aber sowohl menschlich als auch finanziell generös zeigt, löst sich schließlich alles. . .

(„Ich bin ein Mann!“ – „Keiner ist vollkommen!“ Dominik Kern und Johannes Asen)

In „Karlis Tante“ haben die jungen „Buschklopfer“ ihren großen Auftritt. Frank Walther und Tobias Moje geben als lebenslustige Studenten Hans und Karli von der ersten Szene an ein rasantes Tempo vor, bewältigen nicht nur eine immense Textfülle, sonder zeigen auch harten körperlichen Einsatz. Ideale Partnerinnen haben sie in Anna Weith als Anni und Charis Hager als Kathi gefunden. Letztere läuft in der Liebesszene mit dem schüchternen Hans zur Begeisterung des Publikums zur Höchstform auf.
Günther Zeller als der herzogliche Vater von Hans präsentiert sich auch in schweren Geld- und Liebesnöten als Gentleman, der selbst angesichts des von seinem Treiben übermannten Stephan von Spichalski (Johannes Asen) nicht die Contenance verliert. Der sabbert und geifert sich liebestoll durchs Geschehen, so dass der Zuschauer nicht anders kann, als Herbert Müller (Eberhard Einwag), dem Faktotum des noblen Studentenwohnheims, zuzustimmen, dass früher alles besser gewesen sei und heute Sodom und Gomorrha herrschen.
Den eleganten Gegenpart zum rasenden Spichalski gibt Cosima Asen als Donna Dolores d´Alba da Silva, geborene Doris Goldmark, die, wie schon erwähnt, durch ihre Großherzigkeit zu einem glücklichen Ende beiträgt.
Einer fehlt noch. Und der war der erklärte Liebling des Publikum: Dominik Kern verwandelte sich vom flegelhaften „Babs“ Graf von Babenberg in „Karlis Tante“. Als herbe Schönheit im strengen Kostüm trägt er die Handlung – ohne jemals der Gefahr zu erliegen, seine Mitakteure an die Wand zu spielen. Die schwierige Aufgabe, für den nötigen Klamauk zu sorgen, ohne dass die Komödie zur Klamotte verkommt, meistert er perfekt, und fasziniert deshalb mit seinem raubeinigen Reiz nicht nur seine Verehrer vom Hoch- und sonstigen Adel auf der Bühne.
Kurzum: Der Cocktail, den die „Buschklopfer“ für die Gäste anrichteten, war die richtige Einstimmung für einen fröhlichen Silvesterabend – prickelnd und bekömmlich und mit dem Geschmack nach Mehr.
Wer keinen Platz mehr an der Bar – pardon; im Theatersaal gefunden hat, kann das nachholen. Insgesamt 15 Aufführungen sind noch geplant.

Bayerische Rundschau – 2. Januar 2008
Katrin Geyer