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Hojotoho 1999 - 2002
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Pressestimmen zu "Karlis
Tante"
Weil Geld
und Liebe blind machen (PDF-Download)
Karlis Tante: Die „Buschklopfer“ feiern mit neuer Bühnenfassung
der Komödie eine rauschende Premiere
Ködnitz – Gelungene Premiere an Silvester: Das vielfach verfilmte
Boulevardstück „Charlys Tante“ hat der Bayreuther Theatermann
Uwe Hoppe eigens für die Kulmbacher Schauspieler-Truppe der „Buschklopfer“
neu übersetzt und bearbeitet und einen anderen Namen gegeben –
Karlis Tante. Bei der Premiere am Silvesterabend landeten die Akteure
um Vorstand Frank Walter in ihrem neuen Domizil, dem Saal der ehemaligen
Gastwirtschaft „Hupfer“, einen grandiosen Erfolg. Die rund
100 Besucher – mehr passen nicht in den Saal – waren am Ende
begeistert und erlebten eine Komödie von höchstem Niveau mit
schauspielerischen Glanzleistungen. Herausragend dabei der 25-jährige
Dominik Kern in der Rolle von „Karlis Tante“.
Die Handlung spielt an einem schönen Sommertag, Mitte der 50-er Jahre
im Wohnzimmer des Studenten Johann-Siegfried von Schleiz (Frank Walther),
genannt Hans, in der Studentenwohnung in Erlangen. Er und sein bester
Freund Karl-Adolf von Weißenfels (Tobias Moje) sind hoffnungslos
verliebt. Beide sind nicht einmal in der Lage, ihre Gefühle für
die Angebetete zu Papier zu bringen. Dann passiert´s: Ihre angebeteten
Mädchen Anni (Anna Weith) und Kathi (Charis Hager) sollen am nächsten
Tag für etliche Wochen mit ihrem Onkel Stephan von Spichalski (Johannes
Asen), einem fürchterlichen Spießer, an die Ostsee verreisen.
Die beiden wollen den Mädchen endlich ihre Liebe gestehen, doch ohne
Anstandsdame dürfen diese nicht mit den Jungen reden.
(Einmal echt, einmal falsch)
Glücklicherweise kündigt dann Karlis Tante, donna Dolores D´alba
da Silva (Cosima Asen), eine milliardenschwere Argentinierin, ihren Besuch
bei den Neffen an. Die Jungs laden dann die beiden Mädchen zu einem
unverfänglichen Imbiss zu sich ein.
Als die Tante dann per Telegramm ihren Besuch urplötzlich wegen anderweitiger
Verpflichtungen in Argentinien absagt, ist die Not in der Studentenbude
groß. Hans und Karli überreden ihren Kommilitonen Babs, Graf
Eitel-Freidrich von Babenberg (Dominik Kern), die Dame zu spielen.
Auch der Onkel und Vormund der beiden Mädchen kommt auf der Suche
nach seinen Nichten zum Essen, um sie zur Reise abzuholen. Sowohl er als
auch Hans' Vater wittern die einmalige Chance einer reichen Heirat und
wollen sich mit der falschen Tante verloben. Die Konfusion wird aber noch
größer, als die echte Tante dann doch noch unvermittelt auftaucht,
sich aber nicht zu erkennen gibt. Spätestens jetzt wird das Boulevardstück
immer verworrener. Regisseur Uwe Hoppe versteht es dabei meisterhaft,
mit zahlreichen Slapstickeinlagen und einem wilden Verwechslungsspiel
für einen Höhepunkt nach dem anderen zu sorgen.
Die Leistung von Dominik Kern, einem Studenten der Theaterwissenschaften,
kann man nur mit den Prädikaten „grandios“ und „großartig“
umschreiben. Es war einfach einmalig, wie der junge Kern als Graf „Babs“
seine weibliche Rolle meisterte. Es stimmte alles. Köstlich seine
Mimik, als ihm die beiden „heißblütigen“ Adelmänner
immer wieder an die „Wäsche“ wollten. „Karlis Tante“
lieferte selbst die Begründung dafür: „Geld machte eben
blind!“
(Turbulent und spritzig)
Regisseur Uwe Hoppe sorgt mit seiner glänzenden Regie auch immer
wieder dafür, dass das Tempo auf der Bühne nie verloren geht.
Frank Walther und Tobias Moje waren hier als „Hans“ und „Karli“
ein lebendiges Beispiel dafür. Sie wirbelten durch die Gegend wie
aufgescheuchte „Liebesgockel“, dass einem mitunter Hören
und Sehen verging.
Das Bild vom leidgeprüften Butler eines verarmten Landadels vermittelte
Eberhard Einwag als Herbert Müller vortrefflich. Wohltuend, dass
Uwe Hoppe ihm auch seinen fränkischen Dialekt überließ.
Nur für das „Sodom und Gomorrha“, dass Butler Herbert
ständig ausrief, fand er keine Übersetzung ins Fränkische.
Die beiden liebreizenden Mädchen Anni und Kathi wurden von Anna Weith
und Charis Hager sehr schwung- und zugleich auch sehr liebevoll dargestellt.
Bleiben noch Cosima Asen als Donna Dolores, Günther Zeller als Franz-Ferdinand
von Reuß-Schleiz-Greiz und der „Brüllaffe“ Stephan
von Spichalski, der von Johannes Asen hervorragend verkörpert wurde.
Mit dem Lied „Unter den Pinien von Argentinien“ endete ein
wunderschöner Theaterabend, bei dem alle Akteure Höchstleistungen
erbrachten.
Frankenpost – 02. Januar 2008
von Werner Reißaus
Eine rasante Tante mischt kräftig
auf (PDF-Download)
Buschklopfer – Temperamentvolle Premiere am Silvesterabend reist
das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Im fränkisch angehauchten
Komödien-Klassiker laufen vor allem die jungen Darsteller zur Höchstform
auf.
Kulmbach/ Ködnitz Ein anregender Silvester-Cocktail geht so: Man
nehme eine spritzige Komödie mit viel Wortwitz und Situationskomik,
mische mit einem deftigen Schuss Travestie, schmecke ab mit etwas Slapstick
und Klamauk sowie einer Prise Gefühl und serviere in ungewöhnlichem
Ambiente.
Aufgetischt haben die „Buschklopfer“. Sie hatten „Karlis
Tante“ in den Saalbau Hupfer in Ködnitz eingeladen und präsentierten
vor vollem Haus eine temperamentvolle Version des Komödien-Klassikers
„Charleys Tante“ von Thomas Brandon. Das Stück, bereits
1892 uraufgeführt, hat auch mehr als ein Jahrhundert nach seiner
Entstehung nichts von seinem Witz verloren. Dass es in diesem Fall durchaus
zeitgenössisch daherkam, ist Regisseur Uwe Hoppe zu verdanken, der
die Handlung im Fränkischen angesiedelt hat, was wunderbar in den
alten Wirtshaussaal mit seinem morbiden Charme passt.
Die Handlung ist bekannt: Die beiden schwer verliebten Bengels Hans und
Karli wollen die von ihnen angebeteten jungen Damen Anni und Kathi zu
einem Stelldichein in die Wohnung von Hans einladen. Was ohne Anstandsdame
nicht geht. Da kommt der angekündigte Besuch von Karlis Tante, ebenso
schwerreich wie bis dahin unbekannt, gerade recht,. Die argentinische
Tante kommt dann doch nicht – dafür ein Mit-Student mit schauspielerischer
Neigung, der als Tante herhalten muss und das solange mit Bravour und
durchschlagender Wirkung bei der Männerwelt tut, bis die echte Tante
letztlich doch noch erscheint. Weil sich die aber sowohl menschlich als
auch finanziell generös zeigt, löst sich schließlich alles.
. .
(„Ich bin ein Mann!“ –
„Keiner ist vollkommen!“ Dominik Kern und Johannes Asen)
In „Karlis Tante“ haben die jungen „Buschklopfer“
ihren großen Auftritt. Frank Walther und Tobias Moje geben als lebenslustige
Studenten Hans und Karli von der ersten Szene an ein rasantes Tempo vor,
bewältigen nicht nur eine immense Textfülle, sonder zeigen auch
harten körperlichen Einsatz. Ideale Partnerinnen haben sie in Anna
Weith als Anni und Charis Hager als Kathi gefunden. Letztere läuft
in der Liebesszene mit dem schüchternen Hans zur Begeisterung des
Publikums zur Höchstform auf.
Günther Zeller als der herzogliche Vater von Hans präsentiert
sich auch in schweren Geld- und Liebesnöten als Gentleman, der selbst
angesichts des von seinem Treiben übermannten Stephan von Spichalski
(Johannes Asen) nicht die Contenance verliert. Der sabbert und geifert
sich liebestoll durchs Geschehen, so dass der Zuschauer nicht anders kann,
als Herbert Müller (Eberhard Einwag), dem Faktotum des noblen Studentenwohnheims,
zuzustimmen, dass früher alles besser gewesen sei und heute Sodom
und Gomorrha herrschen.
Den eleganten Gegenpart zum rasenden Spichalski gibt Cosima Asen als Donna
Dolores d´Alba da Silva, geborene Doris Goldmark, die, wie schon
erwähnt, durch ihre Großherzigkeit zu einem glücklichen
Ende beiträgt.
Einer fehlt noch. Und der war der erklärte Liebling des Publikum:
Dominik Kern verwandelte sich vom flegelhaften „Babs“ Graf
von Babenberg in „Karlis Tante“. Als herbe Schönheit
im strengen Kostüm trägt er die Handlung – ohne jemals
der Gefahr zu erliegen, seine Mitakteure an die Wand zu spielen. Die schwierige
Aufgabe, für den nötigen Klamauk zu sorgen, ohne dass die Komödie
zur Klamotte verkommt, meistert er perfekt, und fasziniert deshalb mit
seinem raubeinigen Reiz nicht nur seine Verehrer vom Hoch- und sonstigen
Adel auf der Bühne.
Kurzum: Der Cocktail, den die „Buschklopfer“ für die
Gäste anrichteten, war die richtige Einstimmung für einen fröhlichen
Silvesterabend – prickelnd und bekömmlich und mit dem Geschmack
nach Mehr.
Wer keinen Platz mehr an der Bar – pardon; im Theatersaal gefunden
hat, kann das nachholen. Insgesamt 15 Aufführungen sind noch geplant.
Bayerische Rundschau – 2. Januar 2008
Katrin Geyer |